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Adolf Holst im Nationalsozialismus

Für eine umfassende wissenschaftliche Begutachtung und Einordnung zum Leben und Werk von Adolf Holst im Nationalsozialismus sind auf jeden Fall weitere wissenschaftliche Recherchen erforderlich, die weit über den Rahmen der bisher durchgeführten Recherchen hinausgehen müssen.

1. Zu Holst und seinen Werken wurden von Nationalsozialisten zahlreiche abwertende, negativ kritische Einordnungen, Stellungnahmen und Gutachten verfasst, die teilweise bis Heute nachwirken - (siehe mehrere Seiten im Buch "Adolf Holst - Bilderbücher-Reimgeschichten")

2. Für Werke von Holst gab es Aufführungsverbote - zum Beispiel belegt durch eine Zensurstelle die 1936 eine Aufführung des "Hans Wundersam" unterband - (Verleger Arwed Strauch an Holst - siehe Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg - NLA BU D19, Nr. 442)

3. Trotz zahlreicher intensiver Recherchen konnten bisher keine antisemitischen Texte und Verszeilen von Holst gefunden werden - (von mehreren wissenschaftlichen Autoren bestätigt die alle am Buch "Adolf Holst - Bilderbücher-Reimgeschichten" als Autoren mitwirkten. Insgesamt brachten 17 Autoren ihre fachliche Expertise in dieses Buch ein.)  - Bereits alleine nur für sich betrachtet ist diese Tatsache beachtlich, vor allem für eine Zeit des verordneten und öffentlich ausgelebten Antisemitismus (1933-1945) und würde damit sicherlich eine Holst-Würdigung rechtfertigen.

Die Äußerung "Holst hat mehrere hundert Seiten NS-Propaganda verfasst", die von einer einzigen Person seit 2017 immer wieder sehr massiv in die Diskussion um den Namen der Adolf-Holst-Schule eingebracht wurde, konnten bisher weder von dieser Person selbst und auch nicht durch den Heimatverein Branderoda e.V. sowie durch die zahlreichen Recherchen der verschiedensten Wissenschaftler belegt werden. Aus diesem Grund lehnt der Heimatverein Branderoda e.V. diese Äußerung zum aktuellen Zeitpunkt couragiert als verleumderische und irreführende Falschaussage ab.

Aber ja es ist richtig - Holst lebte in der Zeit des Nationalsozialismus und verfasste auch einige nationalsozialistisch einzuordnende Verszeilen, deren Verhältnisanteil in den einzelnen Werken und zum Gesamtwerk von Adolf Holst aber sicherlich eher als untergeordnete Randerscheinung gesehen werden müssen. 

Diese nationalsozialistisch bejahenden und heute Holst belastendsten Verse entstanden in einer Zeit der nationalen Aufbruchstimmung (1933 und 1934). In dieser Zeit waren die darauffolgenden Entwicklungen in der NS-Zeit für die Masse der Bevölkerung und damit wahrscheinlich auch für Adolf Holst kaum vorhersehbar.

Diese kritisch zu betrachtenden und Holst belastenden Verszeilen entsprechen sicherlich zahlreichen anderen damaligen zeitgeschichtlichen Zeugnissen und dem damals verbreiteten kämpferisch-euphorischen Jubelton in den Massenmedien.

Alleinstehend für sich betrachtet, ohne umfassendes Hintergrundwissen und differenzierte Kontextualisierung, könnten vielleicht gerade diese Verszeilen in der heutigen Zeit auf einige Personen irritierende Wirkung haben und ablehnende Haltungen zu Adolf Holst begründen.

Was bleibt ist die Frage - Wie kann eine differenzierte Betrachtungsweise zum Leben und Werk von Adolf Holst und speziell zu seiner Zeit im Nationalsozialismus vermittelt werden ohne in eine Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen?

Die gelegentlich von Holst in seinen Versen verwendeten polarisierenden Beschreibungen und Darstellungen, die verwendeten Stereotypen, waren in Publikationen seiner Zeit sicherlich durchaus üblich.

Für die Einordnung dieser einzelnen aber aus aktueller Sicht belastenden Texte ist noch genauer zu klären und aufzuzeigen - wann, wie und vor welchem Hintergrund sowie vor allem unter welchen Rahmenbedingungen diese Texte entstanden sind. Mit welchen Internsionen sind oder könnten diese Texte entstanden sein?

Trotz einiger anders lautender Darstellungen und einiger weniger aber objektiv vorliegenden Indizien (siehe z.B. Adolf-Holst-Pressespiegel usw.), lassen bisherige Recherchen wahrscheinlich eher darauf schließen - Adolf Holst war mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kein aktiver Widerstandskämpfer aber gewisse auch kein glühender Nationalsozialist.

Die bisherigen Recherchen führen im Moment wahrscheinlich eher zur Schlussfolgerung - Adolf Holst hat sich, wie die große Masse seiner Zeitgenossen, sehr wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht opportunistisch verhalten.

Zum allgemeinen Verständnis siehe zahlreiche weiterführende Beiträge zum Leben in einer Diktatur wie z.B. „Das Individuum in der Diktatur - Anpassung als evolutionäre Notwendigkeit und Überlebensstrategie in der Diktatur“ - dieser Beitrag bezieht sich zwar auf DDR-Zeiten zeigt aber auch verblüffende Parallelen zur Zeit im Nationalsozialismus.

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Es gilt weiterhin offene Frage zu klären, wie zum Beispiel: Welchen Einfluss hatte die Behinderung der Tochter Ebba Holst, die in der Behindertenanstalt Bielefeld Bethel, in der Psychiatrie, untergebracht wurde, auf das Verhalten von Adolf Holst im Nationalsozialismus? Zu den Akten von Ebba Holst gibt es bisher noch keine wissenschaftliche Ausarbeitung.

Psychiatrie im Nationalsozialismus - wie war damals der Umgang mit psychisch Kranken?

Die behinderte Tochter Ebba Holst hat den 2. Weltkrieg (1939 bis 1945) sowie die Euthanasie im Nationalsozialismus überlebt. - "Mindestens 250.000 psychisch Kranke und Behinderte fielen dem sogenannten Euthanasieprogramm zum Opfer" - siehe Psychiatrie im Nationalsozialismus.
Frage: Wie war das damals, überlebten nur behinderte Angehörige von bedeutenden und linientreuen Nationalsozialisten?

Weiterhin wurde nach bisherigen Kenntnissen keine Zwangssterilisation bei der behinderten Tochter Ebba Holst im Nationalsozialismus durchgeführt. (bis zu 400.000 Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus)
Frage: Wie war das damals, wurden nur behinderte Angehörige von bedeutenden und linientreuen Nationalsozialisten nicht zwangssterilisiert?
Genauere Hintergründe und Zusammenhänge müssten erst noch genauer recherchiert und überprüft werden.
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Warum zählte Adolf Holst nicht zu den Schriftstellern und Dichtern seiner Zeit die im Oktober 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler abgelegt hatten?

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Einzelne Fragmente im schriftlichen Nachlass von Adolf Holst und genauere Analysen seiner Werke (z.B. "Das Herz in der Hose und anderes Kuriose" von 1939) lassen neben einem offizell vertretenen und sichtbaren Standpunkt, auch einen nicht offiziellen, privaten Standpunkt von Adolf Holst zum Nationalsozialismus, mit einer satirischen Grundeinstellung erkennen.

Neben einzelnen objektiv sichtbaren Belegen und offiziellen Schreiben siehe dazu auch private Schreiben z.B. Brief und Postkarte von Adolf Holst an Dr. W. Zeruhn von November 1939 - Zitate aus dem Brief: ... "da es mir zurzeit wirtschaftlich miserabel geht" ... "Was hat Goebbels wiederholt proklamiert: 'Kein deutscher Dichter ... soll heutzutage mehr Not leiden! Auch für ihr Alter soll gesorgt werden.' Na denn Prost! Trotzdem: Humor nicht verlieren! Es lebe die Kunst! ...". Darunter - wie auch auf der Postkarte - drei fröhlich tanzende Strichmännchen und das Motto "Uns kann keena -!!"

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Im Bundesarchiv in Berlin befinden sich einige von Adolf Holst persönlich ausgefüllte Formulare. Ein Aufnahmeantrag an den Reichsverband Deutscher Schriftsteller mit dem dazugehörigen Fragebogen, mit Datum vom 7. Dezember 1933, enthält einige Informationen zu seinen Werken, über die Zusammenarbeit mit Zeitungen bzw. Zeitschriften sowie über die "zwei Bürgen, die erschöpfende Auskunft geben können" a.) bezüglich politischer Einstellung und b.) bezüglich schriftstellerischer Tätigkeit.
Neben diesen Informationen enthalten die Formulare zum Antrag auch Hinweise über die unterschiedlichen Parteizugehörigkeiten von Adolf Holst. Wie in diesem Fragebogen unter Punkt 7) von Adolf Holst selbst angegeben wurde, war er bis 1933 Mitglied der 1918 gegründeten Deutschen Volkspartei (DVP), die eine nationalliberale Partei der Weimarer Republik war und mit ihrer Gründung 1918 die Nachfolge der Nationalliberalen Partei angetreten hatte. 1933 wurde die Partei aufgelöst.
Einige Politiker der DVP beteiligten sich nach dem 2. Weltkrieg an der Gründung der FDP und der CDU. Wäre Adolf Holst vielleicht ein Gründungsmitglied einer dieser beiden Parteien geworden?

Ebenso wie aus zahlreichen anderen Parteien wechselten auch zahlreiche Mitglieder und Politiker nach den Wahlen im März 1933, aus den Reihen der DVP während und nach der Auflösungsphase der DVP, zur NSDAP.
Von Adolf Holst wurde unter Punkt 6) im Formular die Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ab April 1933 angegeben (Adolf Holst ist 66 Jahre).

Frage - steht dies im Widerspruch zu selbst handschriftlich von Adolf Holst ausgefüllten Fragebögen der Reichsschrifttumskammer und zur NSDAP-Gaukarteikarte von Adolf Holst. Dort ist als Eintrittsdatum der 1.5.1933 und als Mitglieds-Nr. 2.475.964 vermerkt - siehe dazu Frist für die Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP mit Wirkung zum 1.5. 1933.
Was ist über die DVP-Auflösung im Rahmen der Gleichschaltung in Bückeburg bekannt?

Wie entwickelte sich die Zahl der NSDAP-Parteimitglieder 1933?

Von wie vielen DVP-Mitgliedern in Bückeburg gingen wie viele DVP-Mitglieder dieser Gruppe in die NSDAP?

Wie war das damals mit der historisch-soziologischen Gruppendynamik in der Gesellschaft?
Wie ist das gesellschaftliche Phänomen "Wende und Wendehälse", z.B. 1933, 1945, 1990, ..., einzuordnen?

Warum wurde Adolf Holst NSDAP-Mitglied? - siehe dazu auch das Preisausschreiben von 1934: Warum sind Sie in der NSDAP?

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Als es 1939 Adolf Holst, einem eigenen Zitat zufolge, "wirtschaftlich miserabel" geht, soll Adolf Holst an einem von Goebbels ausgerufenen Dichterwettstreit teilgenommen haben und mit seinem Gedicht "So oder so!" auch einer der Gewinner gewesen sein - siehe dazu Adolf-Holst-Pressespiegel - Zeitungsartikel vom 2.9.2015 - Die im Propagandastil des 1. Weltkriegs gehaltene Spottdichtung ignoriert bzw. verharmlost vollkommen die Realität des Krieges.

Wie wirschaftlich miserabel ging es Holst und seiner Familie zu diesem Zeitpunkt (1939)? Versprach die Teilnahme am Dichterwettbewerb, auf dessen Hintergrund dieser Text entstanden sein soll, vielleicht ein Preisgeld sowie Anerkennung und dadurch finanzielle Verbesserung der Notlage? Wie sind die genaueren Hintergrundinformationen zum Dichterwettstreit? – genauer Zeitpunkt, Rahmenbedingungen, Ausschreibungstext für die Teilnahme am Dichterwettstreit, Höhe des Preisgeldes, Platzierung von Holst, … Wie ist dieser Text Heute einzuordnen, den Holst persönlich als „satirischen“ Text in einem handschriftlichen Lebenslauf [vor 1945!] beschreibt? Könnte dieser Text damit eventuell auch als doppeldeutig eingeordnet werden und So ... oder so ... interpretiert werden?

– siehe Satire = Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), Spottdichtung, die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott, überspitzte Darstellung Kritik an Personen, Ereignissen, Zuständen und Missständen übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt)

Welche gesellschafts- und geopolitischen Zusammenhänge und Hintergrundinformationen waren Holst zum damaligen Zeitpunkt bekannt und welche nicht als er diese "satirischen" Zeilen schrieb? Hatte Holst hier einfach nur dem Volk und den damaligen Massenmedien aufs Maul geschaut und diese zeitgenössische Wortwahl als Spiegelbild wiedergegeben, vielleicht um seine Chancen beim Dichterwettstreit zu erhöhen?

Vor welchen Rahmen- und Hintergrundbedingungen entstanden diese Spottzeilen?

Belegen diese Spottzeilen (sehr wenige bezogen auf das Gesamtwerk von Holst) wirklich die persönlichen Wertevorstellungen und Ideale oder spiegeln sich die persönlichen Einstellungen eher im wesentlich größeren und bedeuterendem Anteil seiner anderen Werke?

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Rechtfertigt eine kleine Zahl "kämpferischer Jubelzeilen" der Jahre 1933 und 1934 in den Ausgaben von Auerbachs Kinder-Kalender (1934 und 1935) eine Einordnung von Holst als rassistischen und menschenverachtenden Nationalsozialisten? – siehe und beachte dazu andere inhaltlichen Beiträge sowie die verhältnismäßige Aufteilung der Holstbeiträge zu den gesamten Beiträgen  sowie die verhältnismäßige Aufteilung der als „nationalsozialistisch“ einzuordnenten und der politisch neutral einzuordnenten Beiträge aller Autoren im Kalender.

Könnten diese Zeilen auch auf Grund einer stark veränderten Machtstruktur im Verlag entstanden sein, wie es für die Jahre 1933 und 19334 in anderen Verlagen und für andere Druckerzeugnisse belegt ist? Könnten eine solche stark veränderte Machtstruktur im Verlag und die anfängliche direkte Propagandastrategie von Goebbels für diese Holstzeilen ursächlich gewesen sein? Bekanntlich wurde nach anfänglicher Ignoranz von Goebbels und den darauf folgenden zahlreichen Beschwerden später dem Unterhaltungsbedürfnis der Medienkonsumenten wieder mehr Rechnung getragen. Worauf sich wiederum der Ton in manchen Medienproduktionen änderte. Nach der anfänglichen direkten massiven Propaganda in fast allen Medien folgte später in verschiedenen Medien die Strategie der unterschwelligen Agitation bzw. keiner Agitation und keiner Propaganda mehr. - siehe und vergleiche Gleichschaltung der Medien und die verschiedenen Medienstrategien in der anfänglichen NS-Zeit (1933 und 1934) – Literaturpolitik im beginnenden Nationalsozialismus)

Könnten die "Jubelzeilen"  von Holst vielleicht eine Art Zugeständnis von Holst an den Verlag gewesen sein, der für seine Produktion auf Grund vom Vergnügungssteuergesetzt (Juni 1933) Steuervorteile für „staatspolitisch wertvolle“ Produktionen erhalten wollte?

War Holst ab dem Zeitpunkt der Kalenderbearbeitung (Herbst / Winter 1933) als Herausgeber per Schriftleitergesetz (Okt. 1933) in der Funktion eines Hauptschriftleiters und somit persönlich haftbar für die Einhaltung des politischen korrekten Kurses in den Kalenderausgaben?

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 In den Unterlagen im Bundesarchiv in Berlin gibt es ein Schreiben mit dem Datum vom 1. August 1940 an die Schillerstiftung in der Reichsschrifttumskammer in Weimar. Absenderangaben des Schreibens sind nur wie folgt - Leiter der Abteilung IV, gez. Metzner - eventuell ein Schreiben der Reichsschrifttumskammer in Berlin - weitere Absenderangaben fehlen, da es sich wahrscheinlich nur um eine Abschrift bzw. Kopie eines Schreibens handelt das an die Schillerstiftung nach Weimar gesendet wurde und wahrscheinlich im Original in der Personenakte Adolf Holst (1926 bis 1945) in der Deutschen Schillerstiftung in Weimar zu finden ist. In diesem Schreiben macht der oben genannte Leiter die Aussage - Zitat: "... In neuerer Zeit ist Holst meines Wissens besonders nicht mehr hervorgetreten, ..."
- Frage: Könnte es sich dabei um eine Art der versteckten Beschwerde über Adolf Holst handeln? - sinngemäß und überspitzt - "Als Schriftsteller zu wenig Pflichterfüllung für Führer, Volk und Vaterland?"

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Adolf Holst war mit der Pianistin Clara von Cramer verheiratet. Laut überlieferten Aussagen von Cordula Holst, der Tochter von Adolf Holst, sollen im Hause der Familie Holst auch jüdische Kinder ein und ausgegangen sein und von Clara Holst Klavierunterricht erhalten haben, was bisher noch nicht weiter belegt werden konnte.

siehe dazu auch oben genannter Punkt 3. - keine antisemitischen Verszeilen und Texte von Holst bekannt.

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Bisher nur durch ein englisches Manuskript der Jüdin Ruth Lilienthal belegt ist folgendes - Nach der Unterkunft bei Pastor Mensching bis März 1944 und einer relativ kurzen Unterkunft in der Georgstr. 3a in Bückeburg, lebte ab Mitte 1944 bis zum Kriegsende 1945, die junge Jüdin Ruth Lilienthal offiziell unter dem Decknamen Rose Schwendinger in der Hermann Lönsstr. 7 in Bückeburg, im Hause der Familie von Adolf Holst. Ob Adolf Holst von der wahren Identität der jungen Frau wusste oder nicht, ist aus dem Manuskript nicht eindeutig ersichtlich und konnte bisher auch noch nicht anderweitig eindeutig belegt werden.
Ob mit seinem Wissen oder ohne sein Wissen – Was wäre gewesen, falls diese Tatsache zur damaligen Zeit bekannt geworden wäre? Wäre Holst mit seiner gesamten Familie zu diesem Zeitpunkt ins KZ gekommen? Wie würde man dann heute das Leben und Werk von Adolf Holst einordnen?
Als historisches Zeitdokument gibt das englische Manuskript einen sehr guten Einblick in die schwierigen Verhältnisse der damaligen Zeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven in der Bevölkerung im Deutschland der damaligen Zeit. Als Ruth Lilienthal hatte sie einen Einblick in die Welt der "Anderen", "Verfolgten" und als Rose Schwendiger hatte Sie auch einen Einblick in die "deutsche" Erlebniswelt der damaligen Zeit. Im Manuskript sind emotionale Beschreibungen von Situationen voller Hass und Ängste zu finden, Ängste bei den "Anderen" ebenso wie die unterschiedlichen Ängste bei den damaligen "Deutschen", Situationsbeschreibungen größter Verzweiflung aber auch Situationen der Hilfsbereitschaft und liebevollen Zuwendung, Situationen voller Trauer und Freude sowie Hoffnung usw. ...

 

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